Einsamkeit macht gute Leader

Einsamkeit macht gute Leader

In einer ständig verbundenen Arbeitswelt wird es zunehmend schwierig, Zeit für sich selbst zu finden und zu reflektieren. Grossraumbüros und eine Vielzahl an digitalen Kommunikationsmöglichkeiten verhindern die so wichtigen einsamen Zeitfenster eines Leaders. Ein guter Leader ist für sein Team da, immer und überall – so der Tenor. Dennoch geht gerne vergessen, wie wichtig es für eine Führungsperson ist, zu reflektieren und Zeit zum Nachdenken zu finden. Ein Leader ist nicht einfach nur ein Vorgesetzter, der kontrolliert und dirigiert, sondern vielmehr ein Motivator und Taktgeber.

Einsamkeit als Zeichen von emotionaler Reife
Heutzutage tendieren wir innerhalb der Gesellschaft dazu, dass Einsamkeit reine Zeitverschwendung sei und wir in ständigem Austausch mit unseren Mitmenschen sein müssen. Doch wie Scott Barry Kaufmann und Carolyn Gregoire in der Harvard Business Review beschreiben, sollten wir die Einsamkeit als ein Zeichen von emotionaler Reife und einem gesunden Geist betrachten.

Einsamkeit hilft zu fokussieren
Wissenschafter haben herausgefunden, dass unser Hirn genau soviel Einsamkeit wie soziale Interaktion benötigt. Entscheidende Erkenntnisse gewinnt unser Hirn aus der Speichertiefe von vernetzten Gedanken, Ideen und Emotionen. Um aus diesen Gedanken die Essenz heraus kristallisieren zu können, ist es wichtig, die Gedanken wandern zu lassen, ohne vom unmittelbar gewohnten Umfeld beeinflusst oder gestört zu werden. Eine zeitliche und örtliche Abgrenzung ist unumgänglich, wenn man sich auf das Wesentliche fokussieren will.

Zeitfenster schaffen
Es ist nicht einfach, im Arbeitsalltag Zeit für sich allein zu finden. Wie ich gerne zu sagen pflege: „It’s all about time management“. Eine einfache Möglichkeit ist es, in der Agenda ein Meeting einzutragen und sich somit die notwendige Zeit zu reservieren, am besten mit einer regelmässigen Wiederholung. Oder man gönnt sich mittags einen kurzen Spaziergang einmal rund ums Bürogebäude. Eine weitere Möglichkeit ist es, ausserhalb des „offiziellen“ Büros arbeiten zu können, so zum Beispiel im Home Office oder in einem Co-Working Space Office. Damit gibt man sich die nötige Zeit, die eingeschlagene Richtung und den vorgegebenen Takt zu hinterfragen, um nicht plötzlich vor einem unlösbaren Problemberg stehen zu müssen.

Fazit: Einsamkeit hilft zu fokussieren und sich unabhängig vom sozialen Umfeld zu reflektieren, um den eingeschlagenen Weg im eigenen Tun stetig zu korrigieren.